Artbook15

Am Wochenende ( 21. – 22.11.15 ) hat die artbookberlin stattgefunden. Das ist eine Messe für Illustratoren, Verleger und Kunstbuchliebende. Unsere Schule hatte uns einen Tisch zur Verfügung gestellt, an dem wir zu viert ausgestellt haben. Ich habe mein Kinderbuch vorgestellt. Für die Visitenkarten hatte ich mir einen Stempel machen lassen, den ich auf zugeschnittene, nicht mehr gebrauchte Arbeiten gestempelt hatte. Als Halterung habe ich eine alte Kassettenhülle genutzt.

Am Samstag Vormittag wurde aufgebaut. Die Leute waren super motiviert und fleißig. Sie legten ihre sehr unterschiedlichen Arbeiten zurecht und suchten aus, wie man sie am besten präsentiert. Dafür wurden, von dem Veranstalterteam, welches super freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend war, große Pressholzplatten ausgeteilt. Die wenigen, die vor Beginn fertig waren, schauten sich schon um und tigerten durch den Raum und um die Stände. Ausgestellt wurde auf zwei Etagen der Kunstfabrik. Die alte Fabrik bot genug Platz für die knapp 100 Aussteller.

 

 

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Nun kam der Moment der Wahrheit. Die ersten Besucher kamen ungeduldig in die Räume geströmt. Auffällig war, dass die Menschen, als hätten sie sich abgesprochen, in Wellen kamen. Mal war einige Stunden nichts los. Weder bei uns, noch bei den anderen und dann kamen gleich so viele auf einmal, dass man gar nicht wusste, mit wem man zuerst sprechen soll. Die Besucher waren sehr interessiert und suchten das Gespräch. Das fand ich sehr cool, weil sich dadurch ehrliches Interesse erahnen ließ.

Insgesamt wurden sehr unterschiedliche Projekte ausgestellt. Es gab auffällig viele Drucke von Linol über Radierung bis zum Holzdruck in verschiedensten Ausführungen, Farben und Größen. Apropos Größen, es gab dort wahnsinnig RIESIGE Bücher, wirklich riesig, A3 und größer. Aber auch Postkarten, einzelne Bilder, Plakate und und und.

Gegenüber von uns gab es einen auffälligen Stand für Anagramm-Produktion. Eine Art Tor umrahmte ihren Tisch. Am oberen Teil des Rahmens waren Buchstaben angebracht, die sie gefühlt stündlich anders anordneten, und sich dadurch immer neue Wörter ergaben. Das hat uns beide Tage oft zum schmunzeln gebracht. Zum Ende jeder Stunde waren wir immer ganz gespannt, was jetzt wohl kommt.

Auch toll fand ich, dass gar kein Konkurrenzdenken da war. Das hatte ich anders erwartet. Am Sonntag Morgen kamen alle aufeinander zu mit einem etwas müden aber doch sehr herzlichen „Morgen!“, „auf ein neues“, „viel Glück dir heute“ oder „naaaa schauen wa ma, wie’s Heute wird, wa“ Das war sehr angenehm.

Das Feedback zu unseren Arbeiten war überwiegend positiv. Es war eine Tolle Erfahrung, mal persönlich Lob und Kritik von fremden Menschen zu bekommen, die nicht deine Verwandten, Freunde oder Mitstudenten sind. Es war so schön zu beobachten, wie die Menschen durch mein Buch blätterten und grinsten oder anfingen zu lachen und dann wieder ernster wurden und zum Schluss liebevoll lächelten.

Es war eine großartige Erfahrung für mich. Ich war sehr froh, sowas mal gesehen zu haben und mit den erfahreneren Aussteller in Kontakt zu treten. Ich finde, sobald sich solch eine Gelegenheit ergibt, muss man sie ergreifen! Eine Erfahrung wird es in jedem Fall. Nächstes Jahr sehr gerne wieder und dann mit mehreren Büchern^^

 

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Super Sculpey

Super Sculpey ist eine Rosa Masse die etwas komisch riecht , wie alte Babypuppen aus Hartgummi. Sie ist um einiges fester als Knete ist, vielleicht am ehesten mit noch kaltem Fimo zu vergleichen. Es erhärtet, so wie Fimo, ebenfalls im Backofen bei 130 Grad 15 Min pro 6mm dicke. Dann kann man es anmalen.

Wir hatten einen 5-Tage-Kurs und sollten eine etwa 25 cm große Figur machen. Sie sollte stehen und ganz grob menschliches Äußeres haben. Als vorbereitung habe ich drei Ansichten von meiner Figur gezeichnet.

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Nun bauten wir ein Drahtgerüst auf einem Korkblock, wie man ihn im Baumarkt als Schleifblock finden kann, auf. Erst habe ich die Beine vorgesteckt und darauf geachtet, dass der Abstand der Füße wie auf meiner Zeichnung ist. Dann habe ich die Länge der Beine mit meiner Zeichnung verglichen, damit ich an meinem Vorbild arbeite. Danach habe ich angefangen den Draht mit sich selbst zu umwickeln, um eine höhere Stabilität zu bekommen. So wie man es bei den Stützen sieht. So verfuhr ich weiter mit allen Körperteilen. Das Ergebnis erinnerte etwas an ein Skelet. Der Draht wurde daraufhin mit Alufolie umwickelt, um so viel Volumen wie möglich aufzubauen, damit die Super-Sculpey-Masse nicht so dick wird und man es nicht zu lange backen muss. Auch sollte die Figur natürlich nicht zu schwer werden.

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Meine Figur war an dem Punkt schon sehr wackelig weshalb wir ihr eine zusätzliches Stützgerüst bauen mussten, da sie ja immer schwerer werden würde.

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Nun war der Vorbau fertig, jetzt ging es an die Details. Für die Haare habe ich ein Stück Skulpey mit einer Nudelmaschiene geplättet und mit einem Cuttermesser kleine Partieen abgetrennt. Diese, wie Extensions aussehenden „Haarpartien“ klebte ich Teil für Teil an den Kopf der Figur. Die „Ansätze“ ritzte ich auf dem Kopf so zurecht, dass die Übergänge nicht mehr zu sehen waren. Den Rock machte ich ebenfalls mit Hilfe der Nudelmaschiene.

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So sieht das fertige Ergebnis jetzt aus

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Ich konnte die Dame bisher leider noch nicht backen und anmalen da sie nicht in meinen Ofen passt. Aber das gute an dem Material ist, es hält sich solange „frisch“, also ist noch knetbar, bis man es backt. Das heißt, es kann Jahre so stehen bleiben.

 

Fazit

Ich habe das erste mal mit Super Sculpey gearbeitet und fand es im Großen und Ganzen eine gute Erfahrung. Es ist zu Beginn sehr sehr mühselig und langwierig bis man die ersten zufriedenstellenden Ergebnisse sieht. Ich bin nicht gerade für meine Geduld bekannt, deswegen ist solch eine Aufgabe immer wieder sehr nervenaufreibend für mich. Doch das entgültige, zugegebener Maßen, noch nicht fertige Ergebnis ist so beeindruckend, dass es mich über die anfänglichen Schwierigkeiten hinwegsehen lässt.

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